10 - Vorbildrolle der öffentlichen Hand

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Die öffentliche Hand nimmt eine Vorbildrolle ein: Bei Neu- und Umbauten eigener Gebäude richtet sie sich bei der Beleuchtung und der Lüftung/Klimatisierung nach der SIA-Norm 380/4, setzt möglichst erneuerbare Energien zur Deckung des Warmwasserbedarfs ein, betreibt Photovoltaik-Anlagen auf eigenen Gebäuden, beschafft konsequent effiziente Geräte und Leuchten und bezieht ausschliesslich Strom aus erneuerbaren Energien.

Massnahmen

Die öffentliche Hand handelt bei Neu- und Umbauten, bei der Stromproduktion aus erneuerbaren Energien, bei der Beschaffung von Geräten und Leuchten und des Strombezugs vorbildlich:
Bei Neubauten eigener Gebäude hält die öffentliche Hand bei der Beleuchtung und der Lüftung/Klimatisierung die Grenzwerte für den jährlichen Elektrizitätsbedarf gemäss SIA 380/4 („Elektrische Energie im Hochbau“) ein und strebt möglichst die Erreichung der Zielwerte an. Bei Umbauten und Umnutzungen eigener Gebäude strebt die öffentliche Hand die Grenzwerte von SIA 380/4 an.
Den Warmwasserbedarf ihrer Gebäude deckt die öffentliche Hand möglichst mit erneuerbaren Energien (z.B. Sonnenkollektoren oder Fernwärme aus erneuerbaren Energien). Zudem betreibt sie Photovoltaik-Anlagen auf ihren Gebäuden.
Die öffentliche Hand beschafft konsequent die effizientesten Büro- und Haushaltgeräte sowie Leuchten (inkl. Strassenbeleuchtung) und bezieht für den Eigengebrauch aus-schliesslich Strom aus erneuerbaren Energien.

Umsetzung

Die öffentliche Hand sollte sich zur Durchführung der genannten Massnahmen verbindlich verpflichten:
Die Mindestanforderungen an den Elektrizitätsbedarf von Neu- und Umbauten öffentlicher Gebäude nach SIA 380/4 sind verbindlich vorzuschreiben. Die anzustrebenden Werte (Zielwerte für Neubauten; Grenzwerte für Umbauten und Umnutzungen) können in exekutiven Beschlüssen festgehalten werden. Der Mindestanteil an erneuerbaren Energien zur Warmwassererwärmung in öffentlichen Gebäuden (mindestens 50 Prozent) ist ebenfalls in exekutiven Beschlüssen verbindlich zu definieren.
Die Ziele betreffend Photovoltaik-Anlagen, Beschaffung effizienter Geräte und Leuchten sowie Bezug von Strom aus erneuerbaren Energien können in exekutiven Beschlüssen oder behördenverbindlichen Leitbildern definiert werden. Die Kriterien für die Beschaffung sind in verbindlichen Richtlinien zu definieren. Die Vorgaben sind von der Verwaltung direkt, in Ausschreibungen oder durch Beauftragte (z.B. Energieversorgungsunternehmen bei der Strassenbeleuchtung) umzusetzen. Bei der Beschaffung sollte sich die öffentliche Hand an folgenden Kriterien orientieren: Büro- und Haushaltgeräten, die auf HYPERLINK "http://www.topten.ch" www.topten.ch aufgeführt sind; Minergie-zertifizierte Leuchten; effiziente Strassenbeleuchtung gemäss Topten-Ratgeber; Bezug von zertifiziertem Ökostrom (Bsp. Label „naturemade“). Die öffentliche Hand sollte ihre Beschaffungspolitik aktiv kommunizieren und Empfehlungen an Unternehmen, Hauseigentümer und Liegenschaftsverwaltungen richten.

Auswirkungen

Die Berücksichtigung von SIA 380/4 bei Neu- und Umbauten, Vorgaben betreffend Mindestanteil erneuerbare Energien zur Warmwassererwärmung und die Beschaffung effizienter Geräte und Leuchten senken den Stromverbrauch der öffentlichen Hand. Zudem fördern die Investitionen in die Photovoltaik und die Vorgaben betreffend Strombezug die Stromproduktion aus erneuerbaren Energien.
Das Vorbild der öffentlichen Hand beeinflusst die Planung von Neu- und Umbauten sowie die Beschaffungspolitik von Unternehmen, die sich der Nachhaltigkeit verpflichten. Zudem werden Private zur Beschaffung effizienter Geräte und zum Bezug von Strom aus erneuerbaren Energien angeregt.
Durch ihre Vorbildrolle leistet die öffentliche Hand einen direkt messbaren Beitrag zur Förderung der Stromeffizienz und der Stromproduktion aus erneuerbaren Energien und weist zudem ein grosses Multiplikationspotenzial auf.

Kombination mit anderen Massnahmen

Die Planung der Beleuchtung und der Lüftung/Klimatisierung nach SIA 380/4 und die vorbildliche Beschaffungspolitik sollten aktiv kommuniziert und in der Energieberatung eingesetzt werden.
Die Beschaffungskriterien können als Grundlage für entsprechende Förderprogramme (z.B. Haushaltgeräte) verwendet werden und in Zielvereinbarungen mit Unternehmen, oder Liegenschaftsbesitzer einfliessen.

Umsetzungsebenen: 
Kantone
Gemeinden
Schlüsselwörter: 
Vorbild