6 - Solarstrombörse

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Solarstrombörsen vermitteln aktiv zwischen der Nachfrage nach Solarstrom und den Solarstromproduzenten. Die Praxis zeigt, dass die Börsen einen massgeblichen Beitrag zur Entwicklung des Solarstrommarktes in der Schweiz leisten.

Massnahme

Solarstrombörsen sind ein marktwirtschaftliches Modell zur Förderung der Produktion von Solarstrom. Die Börsen vermitteln aktiv zwischen der Nachfrage der Stromkonsumenten nach Solarstrom und dem entsprechenden Angebot von privaten Solarstromproduzenten.

Umsetzung

Solarstrombörsen werden in der Regel von Energieversorgungsunternehmen (EVU) betrieben. Vereinzelt fördern auch Genossenschaften den Solarstrom über eine Börse.
Die Börsen schliessen mit den Produzenten langfristige Verträge zur Abnahme des Solarstroms zu kostendeckenden Preisen ab. Sie bieten den Solarstrom ihren Kunden (private Haushalte, Unternehmen, etc.) im Vergleich zu konventionellem Strom zu entsprechend höheren Preisen an.
Übersteigt die Nachfrage nach Solarstrom das Angebot, fördert die Börse den Bau zusätzlicher Anlagen. Verschiedene EVU führen dazu Ausschreibungen durch und wählen die attraktivsten Angebote aus. Neben dem Preis können in den Ausschreibungen weitere Kriterien wie die ökologische Qualität (bzw. Zertifizierung), der Standort der Anlage (Region und Fläche), die Grösse der Anlagen und die Technologie definiert werden.
Bei der Vermarktung des Solarstroms sind eine attraktive Preisgestaltung (möglichst keine Zuschläge für Netznutzung, Administration und Vermarktung), eine umfassende Information über das Produktangebot und ein aktives Marketing zur Erreichung neuer Kunden und grösserer Bezugsmengen wichtig.

Auswirkungen

Die Auswirkungen der Solarbörsen sind von der Entwicklung des Angebots (Technologie und Kosten) und der Zahlungsbereitschaft der Stromkonsumenten abhängig: Je günstiger der Solarstrom und je höher die Nachfrage der Stromkonsumenten, desto mehr Anlagen werden gefördert. Verschiedene Beispiele zeigen, dass Solarstrombörsen erfolgreich sind und einen massgeblichen Beitrag zur Entwicklung des Solarstrommarkts leisten.
Der Erfolg der einzelnen Solarstrombörse hängt zudem von der Grösse des jeweiligen Marktes und der konkreten Umsetzung ab: Je grösser der Markt auf der Angebots- und der Nachfrageseite und je wettbewerblicher die Produkte im Vergleich zum konventionellen Angebot sind, desto grösser ist der Einfluss auf die Marktentwicklung (Menge und Preis) und damit den Bau neuer Solarstromanlagen.
Der Bau zusätzlicher Solarstromanlagen wirkt sich positiv auf die regionale Wertschöpfung und Beschäftigung aus. Zudem zeigen Beispiele, dass die Solarstromproduzenten aufgrund von Ausschreibungen Anreize haben, technologisch innovative Anlagen zu bauen.

Kombination mit anderen Massnahmen

Die Information der Stromkonsumenten über das Solarstromangebot ist sehr wichtig. Neben direkten Vermarktungsaktivitäten können die EVU ihre Kunden auch über andere Informations- und Beratungstätigkeiten über das Angebot informieren. Zudem können andere Akteure wie Verbände, Agenturen oder die öffentliche Hand über die Solarstromangebote informieren.
Bei Bedarf können die EVU über kantonale oder kommunale Leistungsaufträge verpflichtet werden, eine Solarstrombörse zu betreiben.

Umsetzungsebenen: 
Energieversorgungs-Unternehmen (EVU)
Schlüsselwörter: 
Solarstrombörse
Solarstrom