Autoarmes Wohnen

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Autoarme oder gar autofreie Wohnsiedlungen habe diverse Nutzen: Durch den weitgehenden oder vollständigen Verzicht der Bewohnerschaft auf ein eigenes Auto führen sie zu einem deutlich tieferen Energiever-brauch und weniger Schadstoffemissionen. Aus ökonomischer Sicht sind die Siedlungen lohnenswert, weil die Erstellung von Parkplätzen (insbesondere unterirdischen) teuer und selten rentabel ist. Und schliesslich bleibt durch die Reduktion bzw. den Verzicht auf Infrastrukturen fürs Auto viel Platz für anderes, zum Beispiel Begegnung, Spiel und Erholung. Es gibt bereits mehrere autoarme und auto-freie Siedlungen in der Schweiz, die erfolgreich betrieben werden. Die erste autofreie Siedlung der Schweiz ist die Siedlung Burgunder in Bern-Bümpliz, welche 2011 bezogen wurde.

Gemeinden und Kantone können autoarmes und autofreies Wohnen auf verschiedenen Ebenen för-dern:
• Kantone können autoarmes und autofreies Wohnen fördern, indem sie die entsprechenden rechtlichen Grundlagen in den kantonalen Gesetzen und Verordnungen festlegen. Der Kanton Basel-Stadt beispielsweise hat eine Parkplatzverordnung, welche sich mit der zulässigen An-zahl Pflichtparkplätzen auseinandersetzt. Sie geht vom Grundsatz aus, dass für jede Woh-nung ein Parkplatz erstellt werden kann, jedoch kein Zwang hierzu besteht.
• In vielen Kantonen ist es üblich, die Kompetenzen, von der zulässigen Anzahl Pflichtparkplät-ze abzuweichen, an die Gemeinden zu delegieren. Dazu gehören die Kantone AG, BE, FR, GE, JU, LU, NE, NW, OW, SH, SO, SG, TG, VD, VS und ZH. Die Stadt Dübendorf hat bei-spielsweise in der «Verordnung über Fahrzeugabstellplätze» für ausgewählte Gebiete (z.B. mit gutem ÖV-Anschluss) die Anzahl der minimalen Fahrzeugabstellplätze reduziert.
• Gemeinden und Kantone können eine Vorbildrolle übernehmen und auf den eigenen Grund-stücken autoarme Siedlungen planen und bauen.
• Gemeinden und Kantone können eine aktive Rolle bei der Entwicklung von Strategien, Instru-menten und Arealentwicklungen übernehmen
• Gemeinden und Kantone können private Akteure bei entsprechenden Vorhaben unterstützen bzw. sie dazu aktivieren (z.B. Entwicklungen auslösen über Anreize)

Massnahmenträger:

diverse

Zeitraum: ab 2011

Dieser Mustervorstoss soll eine Hilfe darstellen, um das Beispiel in Kantons- und/oder Gemeindeparlamenten einzubringen. Dafür muss der Vorstoss aber unbedingt auf den jeweiligen Kanton resp. die jeweilige Gemeinde angepasst werden (gelb markierte Stellen). Auch kann die Begründung natürlich noch ausgebaut und mit lokalen Aspekten ergänzt werden.

Politische Einbettung

Die rechtlichen Grundlagen zum autofreien und autoarmen Wohnen finden sich einerseits in den kantonalen Gesetzen und Verordnungen, andererseits in vielen Kantonen auch in kom-munalen Erlassen.

In den letzten Jahren sind in der Schweiz immer mehr autoarme und autofreie Siedlungen er-stellt bzw. geplant worden, meist mit Ausnah-mebewilligungen. Denn in den meisten Kanto-nen ist autofreies / autoarmes Wohnen bislang nicht in den Baugesetzen vorgesehen.

Finanzierung

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Wirkung & Nutzen

Autoarme und autofreie Wohnsiedlungen habe diverse Nutzen: Flächengewinn, mehr Gestal-tungsspielraum für die Grün- und Freiraumpla-nung, Imagegewinn für die Gemeinde, weniger Schadstoffemissionen und Lärm, günstige Bauprojekte, etc.