Temporeduktion

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Temporeduktionen für den motorisierten Ver-kehr in Kombination mit einer Aufwertung des öffentlichen Raumes führen zu mehr Sicherheit, zu mehr Aufenthalts- und Lebensqualität in den Dörfern und Städten, zu verbesserten Bedin-gungen für Fussgänger und Velofahrerinnen und gleichzeitig zu einem verminderten Treib-stoffverbrauch.

Gemeinden, welche dieses Ziel verfolgen, rea-lisieren Temporeduktions- und Begegnungszo-nen über das gesamte Gemeindegebiet, ideal-erweise in partizipativen Prozessen. Dies bein-haltet die Förderung eines sicheren und attrak-tiven Modal Splits in Wohnquartieren und eine Aufwertung des öffentlichen Raums, des Strassenraumes und der Einkaufsbereiche, um sie für den Fuss- und Radverkehr attraktiver zu gestalten und die lokale Nahversorgung zu stärken. Dazu gehören:
• Attraktive Gestaltung von Fuss-, Rad-wegen sowie Plätzen
• Fussgängerzonen
• Zugänglichkeit für Personen mit einge-schränkter Mobilität
• Begrünung von Strassen (Alleen etc.), Aufstellung von Sitzmöglichkeiten, Bänken
• Temporeduktion durch natürliche Barri-eren
• Auf die Nutzung abgestimmte öffentli-che Beleuchtung.

Massnahmenträger:

Gemeinde, Region

Zeitraum: unbestimmt

Dieser Mustervorstoss soll eine Hilfe darstellen, um das Beispiel in Kantons- und/oder Gemeindeparlamenten einzubringen. Dafür muss der Vorstoss aber unbedingt auf den jeweiligen Kanton resp. die jeweilige Gemeinde angepasst werden (gelb markierte Stellen). Auch kann die Begründung natürlich noch ausgebaut und mit lokalen Aspekten ergänzt werden.

Politische Einbettung

Temporeduktionen und Massnahmen zur At-traktivierung des öffentlichen Raumes leisten einen Beitrag zur Senkung des Treibstoffver-brauchs und somit zur Senkung von CO2-Emissionen. Sie unterstützt die Energie- und Klimapolitik des Bundes, der Kantone und vieler Gemeinden.

Finanzierung

Die Finanzierung erfolgt über das ordentliche Gemeindebudget.

Wirkung & Nutzen

Die Stadt Basel fördert aktiv die Einführung von Begegnungszonen. Eine Arbeitsgruppe aus Verwaltung und externen Beratern hat 2017 im Auftrag des Amts für Mobilität die Wirkung von Begegnungszonen unter die Lupe ge-nommen. Die Wirkungskontrolle war breit an-gelegt und bezog unterschiedliche Daten ein, von der Onlinebefragung aller Haushalte in Begegnungszonen über leitfadengestützte Interviews und eine Bestandesaufnahme von Merkmalen bis hin zu den Unfalldaten der Kan-tonspolizei. Das Fazit des Berichts: «Die Ein-richtung von Begegnungszonen in Wohnquar-tieren hat durchwegs positive Auswirkungen: Der Strassenraum wird als angenehmer und sicherer Aufenthaltsort wahrgenommen, der von gegenseitiger Rücksichtnahme geprägt ist. Das Geschwindigkeitsniveau ist angemessen, die Zahl und Schwere von Unfällen ist deutlich tiefer. Ausserdem dient der Strassenraum ver-mehrt als Aufenthalts- und Spielort, Nachbar-schaftsbeziehungen intensivieren sich und die Leute sind sesshafter als in anderen Quartie-ren. Nennenswerte negative Auswirkungen wurden keine eruiert.»