Heizen erneuerbar

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Rund zwei Drittel der Gebäude in der Schweiz sind durch Öl- und Gasheizungen beheizt. Beim alters-bedingten Ersatz werden laut BFE-Schätzung in Wohngebäuden rund zwei Drittel aller Öl-heizungen wieder mit einer Ölheizung und 85% aller Gasheizungen durch eine Gasheizung ersetzt. In einigen Fäl-len dürfte das auch in der Tat die einzige zumutbare Lösung sein. Sehr oft wird der Entscheid jedoch aufgrund fehlender Analyse und Beratung gefällt.
Ein Ersatz mit einer neuen Öl- oder Gasheizung führt dazu, dass für weitere 20-30 Jahre hohe CO2-Emissionen ausgestossen werden. Ein Einfamilienhaus mit jährlich 2‘000 Liter Ölverbrauch emittiert mehr als 150 Tonnen CO2 während der Lebensdauer einer Heizungsanlage. Es besteht also ein be-trächtliches Sparpotenzial und damit ein Handlungsbedarf im Hinblick auf die Energiestrategie von Bund und Kantonen.
Um diesem Problem entgegenzuwirken, wurden die «Impulsberatungen Heizsystemwechsel» entwi-ckelt. Die Impulsberatungen richten sich an Eigentümerinnen und Eigentümer von mindestens 15 Jahre alten Öl- und Gasheizungen in Einfamilienhäusern und kleineren Mehrfamilienhäusern. Der Clou ist, dass diese spezifische Zielgruppe mithilfe der Adressdaten der Feuerungskontrolle (liegen laut Gesetz bzw. Luftreinhalteverordnung dem Kanton oder der Gemeinde vor) sehr genau selektiert und ange-sprochen werden kann. Damit werden teure Streuverluste vermieden und die Eigentümer fühlen sich durch die persönliche Ansprache (Direktmarketing per Brief) besonders motiviert. Ziel der Beratungen ist es, den Heizungseigentümern eine Lieferanten-unabhängige Beurteilung ihrer Optionen zum Hei-zungsersatz nachvollziehbar zu vermitteln und sie für einen Wechsel auf Heizsysteme mit erneuerbaren Energien zu motivieren.
Aufgrund der positiven Rückmeldungen in der Pilotphase 2015/2016 wurde entschieden, die «Impuls-beratung Heizsystemwechsel» schrittweise zu einem Angebot für die ganze Schweiz ausgedehnt wer-den. Auf der Homepage «heizenerneuerbar.ch» finden sich Informationen zum Vorgehen, zum Stand des Projektes und Kontaktangaben.

Massnahmenträger:

Bundesamt für Energie Pilotkantone Aargau, Luzern und Thurgau WWF Schweiz Suissetec Fachvereinigung Wärme-pumpen Schweiz Holzenergie Schweiz Stadt Winterthur

Zeitraum: Seit 2015

Dieser Mustervorstoss soll eine Hilfe darstellen, um das Beispiel in Kantons- und/oder Gemeindeparlamenten einzubringen. Dafür muss der Vorstoss aber unbedingt auf den jeweiligen Kanton resp. die jeweilige Gemeinde angepasst werden (gelb markierte Stellen). Auch kann die Begründung natürlich noch ausgebaut und mit lokalen Aspekten ergänzt werden.

Politische Einbettung

Die Impulsberatung Heizungssystemwechsel leistet einen wichtigen Beitrag zur Senkung des Öl- und Gasverbrauchs in Heizungen der Schweiz und somit zur Senkung der inländi-schen CO2-Emissionen. Sie unterstützt somit direkt die Energie- und Klimapolitik des Bun-des, der Kantone und vieler Gemeinden.

Finanzierung

Die Finanzierung für das schweizweite Projekt-team erfolgt über die Projektträger: Bundesamt für Energie, Pilotkantone Aargau, Luzern und Thurgau, WWF Schweiz, Suissetec, Fachverei-nigung Wärmepumpen Schweiz, Holzenergie Schweiz und die Stadt Winterthur.
Finanzielle Unterstützung der Beratungen sowie für Werbung/Marketing/Mailing an Hausbesitze-rinnen und Hausbesitzer erfolgt ergänzend über die Kantone und Gemeinden.

Wirkung & Nutzen

Bei den ersten Umsetzungs-Kampagnen in den Kantonen Aargau, Luzern, Obwalden und Thur-gau konnten mit öffentlichen Kommunikations-kampagnen (indirektes Marketing) Rückläufe von 0.1 bis 6.8% erreicht werden. Bei einem direkten Angehen der Heizungsbesitzer (Di-rektmarketing) wurden Rückläufe bis 19% er-reicht. Aufgrund der positiven Rückmeldungen aus den Pilotregionen wurde entschieden, die «Impulsberatung Heizsystemwechsel» schritt-weise zu einem Angebot für die ganze Schweiz auszudehnen. Dabei ist das Vorgehen des Direktmarketings wegen der höheren Wirksam-keit zu empfehlen.