Ökostrombörse

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Mit dem Energiegesetz (EnG) vom 30. September 2016 verfolgt die Schweiz das Ziel, die Produktion von Elektrizität aus erneuerbaren Energien (ohne Wasserkraft) auszubauen. Konkret soll die durchschnittliche inländische Produktion im Jahr 2020 bei mindestens 4‘400 GWh und im Jahr 2035 bei mindestens 11‘400 GWh liegen. Bund und Kantone koordinieren ihre Energiepolitik und berücksichtigen die Anstrengungen der Wirtschaft und der Gemeinden.
Die Ökostrombörse unterstützt dieses übergeordnete Ziel an der Schnittstelle von Privaten, Wirtschaft, EVUs und öffentlicher Hand. Die Ökostrombörse ist eine Verkaufs-Plattform für Ökostrom. Wer Ökostrom aus Sonne, Wind, Biomasse oder Wasser produziert, kann hier einen Abnehmer finden, in der Regel ein Energieversorgungsunternehmen (EVU). Im Rahmen von Ausschreibungen kann der ökologische Mehrwert des Ökostroms in Form von Herkunftsnachweisen (HKN) interessierten EVU angeboten werden. Die günstigsten Angebote erhalten einen Abnahmevertrag.

Massnahmenträger:

Mitglieder des Vereins Energie Zukunft Schweiz (EZS) sowie weitere Energieversorger

Zeitraum: seit 2012
Kantone: AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG, ZH

Politische Einbettung

Grundlage für die Ökostrombörse bildet das neue Energiegesetz (EnG) der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 30. September 2016, welches am 1. Januar 2018 in Kraft trat.
Oberste Instanzen der EVU sind oft die politischen Behörden. Viele EVU erhöhen den Anteil an erneuerbaren Energien im Strommix entweder proaktiv oder bei entsprechendem politischem Auftrag.

Finanzierung

Die Ökostrombörse unterstützt Produzenten dabei, eine Vergütung für den ökologischen Mehrwert des ins Netz eingespeisten Stroms zu erhalten und bietet EVUs ein effizientes und praxistaugliches Beschaffungswerkzeug zur Erhöhung des Ökostrom-Anteils.
Noch wichtiger als die Beschaffung ist der Absatz des Ökostroms. Gemäss wissenschaftlichen Studien will die Mehrheit der Kunden ökologisch produzierten Strom erhalten und ist bereit, die daraus erwachsenden Mehrkosten zu bezahlen.

Wirkung & Nutzen

Über die Ökostrombörse ist es möglich, diese Nachfrage nach Ökostrom günstig zu decken. Es entsteht ein Markt, der ergänzend zum Einspeisevergütungssystem und zu den Investitionsbeiträgen eine Förderung der ökologischen Stromproduktion bewirkt. Sogenannte „Mitnahmeeffekte“ können vermieden werden.

Erfahrungen

Der Verein Energie Zukunft Schweiz (EZS) hat dieses Konzept für den Vertrieb und die Beschaffung bei diversen EVU eingeführt. Wenn für die Stromversorgung verantwortliche Personen einen ähnlichen Weg beschreiten möchten, steht Energie Zukunft Schweiz für eine Begleitung der Produktentwicklung und bei der Nutzung der „Ökostrombörse Schweiz“ gerne zur Verfügung.