Unternehmensstrategie EVU

PDF-VersionPDF-Version

Die Energieversorgungsunternehmen (EVU) spielen eine Schlüsselrolle, um die Ziele der Energiestrategie 2050, von EnergieSchweiz, des Kantons und/oder der Gemeinde bezüglich erneuerbarer Energien und Energieeffizienz zu erreichen. Gleichzeitig sind die Entwicklungen im Marktumfeld der EVU (Liberalisierung im Strom- und Gasmarkt, zunehmende Bedeutung neuer erneuerbarer Energien, etc.) eine grosse Herausforderung. Für Städte und Gemeinden, die Eigentümerin des lokalen EVU sind, erge-ben sich daraus grundlegende strategische Fragestellungen.

Die strategischen Ziele für ein Energieversor-gungsunternehmen (EVU) können auf der Ebe-ne einer Eignerstrategie und einer Unterneh-mensstrategie festgelegt werden:

Die Eignerstrategie gibt die übergeordneten unternehmerischen, wirtschaftlichen, ökologi-schen, sozialen, und weiteren politischen Ziel-setzungen für das Unternehmen vor. Sie dient zudem der Klärung von Zielkonflikten (auch innerhalb der Eigentümerschaft) und stellt die Einbindung des EVU in weitere Politikbereiche sicher (z.B. Raumplanung und räumliche Ener-gieplanung; wirtschaftspolitische Zielsetzun-gen, Standortpolitik; Verkehrspolitik, Energie- und Klimaschutz, etc.).

Ist das EVU im Besitz einer Gemeinde oder Stadt (bzw. ist diese erheblich beteiligt), wird die Eignerstrategie von der Exekutive ausge-arbeitet und beschlossen. Die Exekutive ver-tritt die Interessen der Bevölkerung (=Eignerin). Die Ausarbeitung geschieht in der Regel in enger Kooperation mit der strategischen Lei-tung (z.B. Verwaltungsrat) und der Geschäfts-leitung des Energieversorgungsunternehmens (EVU).

Die Unternehmensstrategie leitet sich aus der Eignerstrategie ab. Sie wird von der strategi-schen Leitung des EVU (z.B. Verwaltungsrat) erarbeitet und beschlossen. Die Ausarbeitung geschieht in der Regel in enger Kooperation mit der operativen Geschäftsleitung des EVU, welche die Unternehmensstrategie umsetzt.

Eine Unternehmensstrategie gibt konkrete Ziel-setzungen für eine zielgerichtete, effiziente und transparente Umsetzung von energiepoliti-schen Massnahmen vor. Anhand dieser kon-kreten Ziele werden die Ziele der Energiestra-tegie 2050, von EnergieSchweiz, des Kantons und/oder der Gemeinde bezüglich erneuerbarer Energien und Energieeffizienz vorangetrieben. Eine wichtige Rolle spielen zudem innovative Projekte in den Bereichen erneuerbare Ener-gien und Energieeffizienz. Sie sind Ausdruck des strategischen Willens, sich in diese Rich-tung zu bewegen.

Damit auf Ebene der Gemeinde ein Vorstoss für eine Eignerstrategie oder eine Unterneh-mensstrategie gemacht werden kann, muss das EVU ganz oder mehrheitlich im Besitz der Gemeinde sein oder das EVU muss als Teil der Verwaltung geführt werden (z.B. als Dienstabteilung).

Massnahmenträger:

diverse

Zeitraum: unbestimmt

Dieser Mustervorstoss soll eine Hilfe darstellen, um das Beispiel in Kantons- und/oder Gemeindeparlamenten einzubringen. Dafür muss der Vorstoss aber unbedingt auf den jeweiligen Kanton resp. die jeweilige Gemeinde angepasst werden (gelb markierte Stellen). Auch kann die Begründung natürlich noch ausgebaut und mit lokalen Aspekten ergänzt werden.

Politische Einbettung

Sowohl in der Eignerstrategie als auch in der Unternehmensstrategie bietet sich dem Ener-gieversorgungsunternehmen die Möglichkeit, strategische bzw. konkrete Ziele festzulegen, um die Ziele der Energiestrategie 2050, von EnergieSchweiz, des Kantons und/oder der Gemeinde bezüglich erneuerbarer Energien und Energieeffizienz voranzutreiben.

Finanzierung

Die Erarbeitung einer Eignerstrategie bzw. einer Unternehmensstrategie ist hauptsächlich mit einem personellen Aufwand von Personen aus der Exekutive, der strategischen Leitung und der operativen Geschäftsleitung des EVU verbunden.

Wirkung & Nutzen

Indem die öffentliche Hand als Eigentümerin des EVU ihre Ziele klar darlegt, werden der Auftrag an die strategische Leitung des EVU (z.B. Verwaltungsrat) und gewisse Leitplanken für die operative Umsetzung präzisiert. Ziel-konflikte bei der Eigentümerin führen oft auch zu Interessenskonflikten in verschiedenen Füh-rungsfunktionen. Somit kann die Klärung in der Eignerstrategie einen entscheidenden Beitrag zur sogenannten guten Regierungsführung (good governance) leisten.
Die Unternehmensstrategie legt die Ziele für die nächsten Jahre fest. Idealerweise wird die Zielerreichung z.B. alle zwei Jahre überprüft. Diese Überprüfung erlaubt eine Aussage, ob sich das Energieversorgungsunternehmen auf Zielpfad befindet. Konkrete Ziele unterstützen bei der Umsetzung von entsprechenden Pro-jekten und sind gleichzeitig ein starkes Argu-ment in der Kommunikation nach aussen